sonntag | 3. oktober 2021

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galerie gublia

Kreuzeskirchstraße 3
45127 Essen

algorithmic composition & distribution

Die Schnecke ist erwacht. Wir erleben in den vergangenen Monaten eine fast unerwartete Rasanz in Bezug auf die Wichtigkeit und Nutzung digitaler Mittel und Wege – um zu arbeiten, zu kommunizieren und nicht zuletzt auch zu distributieren. Letzteres wirft in den Bereichen Kunst und Musik immer wieder die Frage nach dem Sinn auf. Ist ein Konzert noch ein Live-Erlebnis, wenn die Akteur*innen vor leeren Rängen in die Kamera hinein ein „Geisterspiel“ absolvieren? Können der heimische Screen und das Surroundsystem auf Zimmerlautstärke die Aura eines Clubs oder Open-Airs entstehen lassen?

Das kulturhungrige Publikum nimmt kostenlose Schauspiel-Streams und virtuelle Museumsrundgänge als vorübergehende Mode offenbar eine Zeitlang billigend in Kauf; ob die Künstler*innen hierbei eine Selbstentwertung ihres Schaffens betreiben oder sich sogar dem Verdacht der eitelen Selbstinszenierung aussetzen, ist die andere Seite einer rotierenden Medaille.

Mit Vorträgen von Enrique Tomás und Balázs Kovács will BLAUES RAUSCHEN die Aufmerksamkeit darauf lenken, inwieweit und wie sich technische Entwicklungen und künstlerische Optionen bedingen, beeinflussen und alternativ nutzen lassen können. Aus den angebotenen Perspektiven werden Distributions- und Teilhabe-Ideen beleuchtet, die Künstler*innen und Publikum trotz körperlicher Distanz einander näher bringen können. Blaues Rauschen hat ausserdem 10 Künstler*innen aus den Bereichen ars acustica, Klangkunst oder Soundcollage eingeladen, 5-minütige Arbeiten zum Thema „Wald und Klang“ einzureichen. Diese werden im Laufe der Veranstaltung vorgestellt.