Muchtar Al Ghusain
© Stadt Essen
Muchtar Al Ghusain
- Beigeordneter für Jugend, Bildung und Kultur Stadt Essen
Liebe Freundinnen und Freunde der avancierten Klangkunst,
sehr geehrte Damen und Herren,
mit dem Festival BLAUES RAUSCHEN blickt die Kulturstadt Essen erneut auf ein Ereignis, das weit über die Region hinaus strahlt. Seit seiner Gründung hat sich das Festival als eine der profiliertesten Plattformen für elektronische Musik, Klangkunst und digitale Performance im Ruhrgebiet etabliert – ein Ort, an dem internationale künstlerische Positionen aufeinandertreffen und gesellschaftliche Fragen durch Klang erfahrbar werden.
Diese Strahlkraft verdankt sich nicht zuletzt der intensiven und konsequenten Partnerschaft mit WDR3, die das Festival seit Jahren begleitet. Durch zahlreiche Konzertmitschnitte und Sendungen werden die künstlerischen Impulse aus Essen und der Region in die breite Öffentlichkeit getragen – ein akustisches Fenster, das die besondere Atmosphäre des Festivals hörbar macht und weit über die Grenzen des Ruhrgebiets hinauswirkt.
BLAUES RAUSCHEN steht wie kaum ein anderes Festival für die Auseinandersetzung mit den Schnittstellen von Mensch und Maschine, analoger und digitaler Klangproduktion sowie künstlerischer und technologischer Innovation. Auch 2026 greifen die Essener Programmtage diese Leitgedanken auf und verdichten sie zu einem vielschichtigen Panorama zeitgenössischer Klangkunst:
Spannungsfelder zwischen analogen Medien, elektronischer Hardware und digitalen Soundscapes aber auch historische Technologien, experimentelle Stimmenarbeit und clubkulturelle Einflüsse treten in einen lebendigen Dialog und machen hörbar, wie sehr Gegenwart und Vergangenheit im Klang miteinander verwoben sind.
Auch die Materialität des Hörens selbst steht im Fokus: Unter Perspektiven wie „Anomalien des Hörens“ wird Klang nicht als fertiges Werk verstanden, sondern als Prozess: als Bewegung zwischen Technologie, Körper, Umwelt und Erinnerung. Elektronische Medien erscheinen dabei nicht abstrakt, sondern als konkret eingebettete, fragile und verantwortungsvolle Praxis.
Diese Ansätze zeigen exemplarisch, wofür BLAUES RAUSCHEN steht: für künstlerische Neugier, interdisziplinären Austausch und die Bereitschaft, gewohnte Hörgewohnheiten zu hinterfragen. Das Festival schafft Räume, in denen Experimente möglich sind – offen, kritisch und sinnlich zugleich.
Mein besonderer Dank gilt allen Künstlerinnen und Künstlern, den Kuratorinnen und Kuratoren, den beteiligten Spielorten sowie den zahlreichen Partnern und Förderern, die dieses Festival möglich machen. Gemeinsam tragen sie dazu bei, dass Essen und das Ruhrgebiet als lebendiger Ort zeitgenössischer Kunst wahrgenommen werden.
Ich lade Sie herzlich ein, sich auf diese außergewöhnlichen Klangräume einzulassen und die Vielfalt von BLAUES RAUSCHEN 2026 zu entdecken.
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